Pater M.-D. Philippe
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Wie kam es zur Gründung der Johannesgemeinschaft?

Alles begann an der Universität Freiburg in der Schweiz.
Dort besuchten französische Studenten die Vorlesungen des Dominikanerpaters Marie-Dominique Philippe, seines Zeichens Philosophieprofessor. Einige dieser Studenten wollten ihr Leben ganz Christus weihen und baten P. Philippe um geistliche Begleitung.
Im Sommer 1975 scharten sich fünf von ihnen um einen Versailler Diözesanpriester, einen ehemaligen Studenten von P. Philippe, den sein Bischof freigestellt hatte, um in Freiburg eine theologische Doktorarbeit zu schreiben. So begannen sie ein Gemeinschaftsleben mit einem für Studenten ziemlich außergewöhnlichen Tagesablauf: 5.30 h Aufstehen, eine Stunde gemeinschaftliches stilles Gebet, Laudes, Hl. Messe ... Der Tag begann gut!


Nikolausdom
in Freiburg

Wohnte P. Marie-Dominique Philippe bei euch?

Nein, er wohnte weiterhin bei den Dominikanern im Albertinum. Seine Vorlesungstätigkeit nahm ihn sehr in Anspruch. Er kam nur einmal in der Woche zu uns für ein geistliches Gespräch. Außerdem engagierte er sich nur mit einem gewissen Vorbehalt für die „Brüder“: er sah sich nicht beauftragt von der Kirche, für diesen Embryo einer geistlichen Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Seine offizielle Aufgabe beschränkte sich auf den Philosophieunterricht. Deshalb verwies er die jungen Leute, die sich an ihn wandten, tunlichst an ihren Bischof oder an verschiedene Kongregationen.


Der "Père Girard" in Freiburg,
erste Unterkunft der Brüder

Warum hat er dann seine Haltung geändert?

Marthe Robin hat eine entscheidende Rolle gespielt. P. Philippe kannte sie seit 1964 und hatte oft Exerzitien gehalten in Châteauneuf-de-Galaure. Er vertraute ihr seine Gewissensfrage an: Einige seiner Studenten wollten eine kleine Gemeinschaft bilden und baten ihn um Hilfe. Marthe antwortete ihm schlichtweg, er dürfe ihre Bitte nicht abschlagen, sie nicht allein lassen. So sagte uns P. Philippe zu, aber es war noch keine Rede davon, eine neue geistliche Gemeinschaft zu gründen. Er suchte eine Ordensgemeinschaft, die uns aufnehmen könnte, damit wir einen Platz in der Kirche fänden. Es folgte eine einjährige Suche. Zum Glück hatten wir alles der göttlichen Vorsehung übergeben ... Um unsere Hingabe zu konkretisieren, weihten wir uns Maria am 8. Dezember 1975, am Ende eines Exerzitienkurses, den P. Philippe in Lérins gehalten hatte. Das ist sozusagen unser Geburtstag.

Das Datum und der Ort sind wichtig...

Ja, denn am 8. Dezember 1975 erschien in Rom das Apostolische Schreiben „Evangelii Nuntiandi“, das genau das ausdrückte, was die Brüder leben wollten (sodass sogar eine kleine Lebensregel daraus abgeleitet wurde). Als die Brüder dies später feststellten, hat es sie sehr berührt

„Jeder Verkünder des Evangeliums muss die Wahrheit lieben ...
Er soll also stets die Wahrheit suchen und an andere weitergeben, selbst wenn es persönlichen Verzicht und Leiden kostet.“

(Evangelii Nuntiandi)